Lesung: Prof. Dr. Damaris Nübling | 25-11-2016

Eigennamen fristen in der Linguistik ein merkwürdiges Schattendasein: Die Linguistik befasst sich kaum mit der Onomastik und umgekehrt. Dabei verblüffen Eigennamen durch ein ausgeprägtes grammatisches Sonderverhalten auf allen Ebenen der Sprache: phonologisch, morphologisch, bzgl. Genus, Numerus, Kasus und Definitheit, syntaktisch, graphematisch etc. Der Vortrag greift einige Besonderheiten von (deutschen) Eigennamen heraus und beleuchtet sie auch in ihrer diachronen Entwicklung: Die zunehmende Deflexion, das besondere Genusverhalten und die Entwicklung echter Classifier aus dem Artikel, den Eigennamen funktional nicht benötigen und reanalysiert haben. Immer wieder erweist sich, dass Namen besonders schwierig zu verarbeitende Einheiten sind, die der besonderen Wortschonung bedürfen. Aus dieser Notwendigkeit leiten sich die meisten grammatischen Besonderheiten von Eigennamen ab, ein wichtiges Ziel besteht in der Stabilisierung des Eigennamenkörpers.

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