Cursussen

Deutsch und seine Varianten

Kursname

Deutsch und seine Varianten: Variation im Standarddeutschen

Kursleiter

RUG

EC

5/6 EC

Kurstermin

semester 1 (2021-2022)

Anmeldefrist

14/06/2021 - 26/09/2021

Ort

RuG

Dozent(en)

Wolfgang Kehrein (RuG)

Email Kontakt

Wolfgang Kehrein (RuG)

Lernziele

Studierende

• verfügen über fundierte Kenntnisse im Bereich der Sprachvariation im Deutschen

• sind mit den modernen Fragestellungen und Methoden zur Erforschung sprachlicher Variation vertraut und können diese anwenden;

• können mündliche und schriftliche Präsentationen und Diskussionsbeiträge auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau beisteuern;

• können selbstständig Literatur zu den im Seminar behandelten Themenbereichen recherchieren, in strukturierter Form präsentieren (mündlich und schriftlich) und darüberhinausgehende Fragestellungen formulieren;

• können eine wissenschaftliche Arbeit zu einer mit dem Seminarthema zusammenhängenden Frage auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau verfassen (C1/C2).

Inhalt

Das Deutsche ist wahrscheinlich die vielgestaltigste Sprache Europas, weshalb nicht wenige seiner ausländischen Studenten bei ihrem ersten Besuch eines sog. deutschsprachigen Landes verblüfft sind, dass die ihnen dort begegnende Sprache wenig Ähnlichkeit mit jener hat, die sie aus ihren Schulen und Universitäten kennen.              (Barbour & Stevenson 1998, 2)

Dieser Kurs beschäftigt sich mit den verschiedenen Varietäten des Deutschen. Hierunter fallen Dialekte und Regiolekte genauso wie Sprachregister (Umgangssprache, Fachsprachen etc.) und Sondersprachen/Jargons (z.B. Jugendsprache) sowie die sog. Standardvarietäten (in Deutschland, Österreich und der Schweiz). Letztere lassen sich nicht nur voneinander abgrenzen, auch intern sind diese Varietäten alles andere als homogen.

Sprachliche Variation in ihrer gesamten Bandbreite lässt sich heutzutage mithilfe digitaler Medien besser (und vor allem umfassender) untersuchen denn je – und so ist es nicht verwunderlich, dass sich eine Reihe von aktuellen Forschungsprojekten mit diesem Thema beschäftigen.

Das Seminar soll die Studierenden für die große Bandbreite der Variation im “Deutschen” sensibilisieren. Jährlich erfolgt dabei eine andere Schwerpunktsetzung im Bereich des Varietätenspektrums. Die Studierenden lernen durch die Diskussion aktueller Forschungsprojekte moderne sprachwissenschaftliche Forschungsverfahren und Analysemethoden kennen und erproben deren Anwendung. Neben sprachwissenschaftlichen und soziolinguistischen Fragestellungen werden auch Konsequenzen der Variation für den Fremdsprachenunterricht besprochen.

Variation im Standarddeutschen

Heißt es Köni[k] oder Köni[ç]? Die oder das Mail? War’s ein Brötchen, eine Semmel oder eine Schrippe, die ich verspeiste? Oder verspies? Hab ich oder bin ich im Zugabteil gesessen? Oder war’s das Zugsabteil? Und wie soll ich Deutschlernenden die korrekte Reihenfolge von Verben in einem Satz beibringen, wenn der Bundestrainer in Interviews sagen darf, dass seine Mannschaft das Spiel eigentlich hätte müssen gewinnen?

Entgegen der landläufigen Idee einer einheitlichen Standardsprache, für die der Duden regelt, was richtig und falsch, gut und schlecht ist, kennt das Standarddeutsche Variation auf allen sprachlichen Ebenen (Phonologie, Morphologie, Syntax, Lexik, Semantik, …). Die Studierenden erhalten durch die Diskussion aktueller Forschungsprojekte (z.B. “Variantengrammatik des Standarddeutschen”, “Atlas zur deutschen Alltagssprache”, “Atlas zur Aussprache des deutschen Gebrauchsstandards”, “Regionalsprache.de”) einen Einblick in moderne sprachwissenschaftliche Forschungsverfahren und Analysemethoden. Neben theoretischen Fragestellungen (wie etwa, ob sich Deutsch eher als plurizentrische oder pluriareale Sprache beschreiben lässt) werden auch ganz praktische Probleme besprochen, z.B.: Welche Bedeutung haben Bewertungen wie “richtig” und “falsch” im Deutschunterricht noch, wenn u.U. mehrere Optionen möglich sind, oder wenn hier richtig ist, was dort falsch ist. Anders gefragt: Ist Jogi Löws Version des Standarddeutschen falsch, wenn es aus dem Mund eines (niederländischen) Deutschlerners kommt?

Prüfung

Werkvorm
werkcollege

Examen
Präsentation 30%
Hausarbeit 70%

Studielast

5 ECTS = 140 Stunden, davon…

▪ Kontakstunden: 6×4 = 24 Stunden

▪ Vor- und Nachbereitung: 6 x 6 = 36 Stunden

▪ Präsentation (samt Literaturrecherche und ppt): 35 Stunden

▪ Hausarbeit: 45 Stunden

UvA/VU-students who need 6 ECTS will make slightly longer assignments or do an extra assignment. This must be determined with your lecturer in week 1.

Literatur

Ausgewählte Sekundärliteratur, die über die digitale Lernplattform angeboten wird.

Übrige Information

Rooster
Freitag 13-17 Uhr
5-11, 12-11, 26-11, 3-12, 17-12-’21 und 7-1-’22

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