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Die unvollkommene Sprache

Kursname

Die unvollkommene Sprache

Kursleiter

EC

10

Kurstermin

semester 1 (2014 -2015)

Anmeldefrist

- 15/08/2014

Ort

Groningen und Leiden

Dozent(en)

Dr. Wolfgang Kehrein/ Dr. Björn Köhnlein

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Lernziele

Nach erfolgreichem Abschluss dieses Kurses haben die Studierenden fundierte Kenntnisse in den Bereichen Sprachgeschichte und Sprachwandel (des Deutschen) sowie der Sprachphilosophie.

Die Studierenden sind in der Lage

  • mündliche und schriftliche Präsentationen und Diskussionsbeiträge auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau beizusteuern,
  • selbstständig Literatur zu den im Seminar behandelten Themenbereichen zu recherchieren, in strukturierter Form zu präsentieren (mündlich und schriftlich) und darüberhinausgehende Fragestellungen zu formulieren,
  • eine wissenschaftliche Arbeit zu einer mit dem Seminarthema zusammenhängenden Frage auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau zu verfassen (C1/C2).

Inhalt

Ohne den Gebrauch von Sprache ist die Vermittlung von (komplexem) Wissen undenkbar. Das merkt man recht schnell, wenn man z.B. versucht, einer Person etwas zu erklären, die eine andere Sprache spricht als man selbst. Nach Ansicht der meisten Wissenschaftler ist es dann auch die Sprache, die den Menschen vom Tier unterscheidet und die rasante Entwicklung unserer Spezies ermöglicht hat.

Bei aller Macht, die Sprache dem Menschen auf verschiedene Arten und Weisen verleiht, ist es bemerkenswert, dass Sprachen selbst keineswegs perfekt organisierte, vollkommene Gebilde sind. Durch die vielen Veränderungen, die Sprachen durchlaufen, erhalten einstmals obligatorische Regeln Ausnahmen oder sind als solche nicht mehr zu erkennen, wie z.B. der Mehrzahl-Umlaut im Deutschen (etwa BankBänke vs. BankBanken). Aber auch die Bedeutung von Wörtern kann schwankend sein, sich mit der Zeit verändern oder generell mehrdeutig sein (z.B. steht Bank für zwei verschiedene Dinge).

Diese Ungenauigkeit der Sprache auf verschiedenen Ebenen ist gerade Philosophen lange ein Dorn im Auge gewesen, ebenso wie der Fakt, dass Menschen viele verschiedene Sprachen sprechen und einander daher oft nicht oder nur sehr eingeschränkt miteinander kommunizieren können. Dies hat zu dem Wunsch geführt, eine perfekte Sprache zu entwickeln, die alle Menschen teilen können und die keine grammatischen Ungenauigkeiten oder unklare Bedeutungszuweisungen enthält.

Dieses Seminar nähert sich der Problematik der ‚unvollkommenen Sprache’ von zwei Seiten: Zum einen zeigt der Kurs anhand von Beispielen aus der Geschichte der deutschen Sprache Prinzipien des Sprachwandels auf. Weiterhin beschäftigen wir uns mit verschiedenen Versuchen, perfekte Sprachen zu entwickeln und damit die Unvollkommenheit natürlicher Sprachen zu überwinden. Ein Fokus liegt hierbei auf Beiträgen deutschsprachiger Wissenschaftler (wie z.B. Johann Joachim Becher, Gottfried Wilhelm Leibniz), aber auch andere einflussreiche Beiträge, wie z.B. von René Descartes, werden besprochen.

Aufbauend auf den erworbenen Kenntnissen diskutieren wir abschließend, warum all diese Versuche letztendlich zum Scheitern verurteilt waren und wie sich dies aus dem Wesen des Sprachwandels und der Sprache selbst erklären lässt.

Prüfung

Intensives Blockseminar, dem eine vorbereitende Einführung im Februar 2015 vorangeht und das mit einer Abschlussveranstaltung im Mai 2015 endet, auf der die eigenen Arbeiten dargestellt und diskutiert werden. Bei der Einführungsveranstaltung werden die verschiedenen Themen vorgestellt und die Kursteilnehmer mit dem Studienmaterial und den dazugehörigen Aufträgen vertraut gemacht.

Das Blockseminar findet in Form einzelner Vorträge mit anschließenden Arbeitsgruppen statt, zu denen jeweils das während der Einführung vorgestellte Material gelesen und einzelne Aufträge ausgearbeitet werden müssen.

Die Abschlussveranstaltung findet als Seminar mit Einzelpräsentationen der Kursteilnehmer und jeweiliger Diskussion statt. Die abschließende Hausarbeit wird nach dem intensiven Blockseminar und in individueller Rücksprache mit den beteiligten Dozenten erstellt.

Literatur

Gardt, Andreas (1999): Geschichte der Sprachwissenschaft in Deutschland: vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Berlin: Walter de Gruyter.

Nübling, Damaris (u. a.) (42013): Historische Sprachwissenschaft des Deutschen: Eine Einführung in die Prinzipien des Sprachwandels. Tübingen: Narr.

Schmidt, Wilhelm (102007): Geschichte der deutschen Sprache. Ein Lehrbuch für das germanistische Studium. Stuttgart: Hirzel.

Ausgewählte Sekundärliteratur, die über die digitale Lernplattform angeboten wird.

Übrige Information

Prüfungsform

Voraussetzung zur Prüfung ist die Anwesenheit und aktive Mitarbeit an allen Seminarveranstaltungen. Die Beurteilung findet auf der Basis folgender Prüfungsteile statt.

  • Einzelpräsentation während der Abschlussveranstaltung (30%) sowie Review einer anderen Präsentation (10%)
  • Hausarbeit zu einem selbstgewählten Thema, das an den Inhalt des Blockseminars anschließt. Die Hausarbeit schließt das Seminar ab (60%).

Alle schriftlichen Aufgaben werden in Deutsch und entsprechend der angegebenen formalen Vorgaben über die digitale Lernplattform eingereicht.

Leistungdpunkte in ECTS

10 EC = 280 Stunden, davon…

  • Anwesenheit: 5×6 = 30
  • Vor- und Nachbereitung pro Sitzung: 5 x 18 = 90
  • Präsentation (samt Literaturrecherche und Handouterstellung): 50
  • Review einer anderen Präsentation: 20
  • Hausarbeit: 90

Kosten

Werden nachgereicht.

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