Cursussen

Kontrastive Linguistik Deutsch-Niederländisch

Kursname

Kontrastive Linguistik Deutsch-Niederländisch

Kursleiter

EC

5-10

Kurstermin

semester 2 (2015 - 2016)

Anmeldefrist

- 15/01/2016

Ort

Universiteit Utrecht, Freitagnachmittag 5 Seminartermine von je 6 Stunden (13.00-19.00): 12-2-2016/ 11-3/ 8-4/ 29-4/ 27-5, Drift 21, 108

Dozent(en)

Stefan Sudhoff (UU)

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Lernziele

Nach erfolgreichem Abschluss dieses Kurses haben die Studierenden fundierte Kenntnisse im Bereich der kontrastiven Linguistik im Allgemeinen und auf dem Gebiet des deutsch-niederländischen Sprachvergleichs im Speziellen.

Die Studierenden sind in der Lage:

  • mündliche und schriftliche Präsentationen und Diskussionsbeiträge auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau beizusteuern,
  • selbstständig Literatur zu den im Seminar behandelten Themenbereichen zu recherchieren, in strukturierter Form zu präsentieren (mündlich und schriftlich) und darüberhinausgehende Fragestellungen zu formulieren,
  • eine wissenschaftliche Arbeit zu einer mit dem Seminarthema zusammenhängenden Frage auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau zu verfassen (C1/C2). (nur in der Variante für 10 EC)

Inhalt

Deutsch und Niederländisch – so ähnlich und doch so anders? Immer wieder wird die Ähnlichkeit zwischen den beiden Sprachen betont. Die Übereinstimmungen im Wortschatz und in der Grammatik sind so groß, dass Sprecher der einen Sprache die der anderen mit vergleichsweise geringem Aufwand verstehen lernen können. Trotzdem ist das aktive Benutzen der jeweils anderen Sprache beim Sprechen und Schreiben oft schwieriger als gedacht. Die Folge sind typische Fehler in der Fremdsprache und die Tatsache, dass Muttersprachler des Deutschen oder Niederländischen oft schnell als solche identifiziert werden können, wenn sie in der Fremdsprache kommunizieren. Im Kurs soll dieser Problembereich aus der Perspektive der kontrastiven Linguistik betrachtet werden.

Die kontrastive Linguistik beschäftigt sich mit dem Vergleich von Einzelsprachen im Hinblick auf spezifische grammatische und lexikalische Eigenschaften und Merkmale des Sprachgebrauchs. Das Deutsche und das Niederländische sind aufgrund ihrer engen Verwandtschaft und den damit verbundenen oft ähnlichen Eigenschaften ein idealer Gegenstand der kontrastiven Linguistik. Einerseits gibt es genügend Übereinstimmungen, die einen sinnvollen Vergleich überhaupt erst ermöglichen, andererseits erlauben die zu beobachtenden Unterschiede und deren Systematik relevante Rückschlüsse auf die Architektur der Einzelsprachen.

Im Kurs soll gezeigt werden, welche Vorteile eine kontrastive Herangehensweise für die Analyse einzelsprachlicher Phänomene bietet. Nach einer allgemeinen Einführung in die kontrastive Linguistik sollen die beiden Sprachen dazu hinsichtlich der Kerngrammatik, aber auch im Hinblick auf den Sprachgebrauch und die regionale und soziale Variation miteinander verglichen werden. Konkrete Themengebiete sind dabei u.a. die folgenden:

  • im Bereich der Phonologie: Unterschiede in den Phoneminventaren, Assimilation
  • im Bereich der Morphologie: A+N- Komposita vs. A+N-Phrasen (der Rotwein vs. de rode wijn, der Freistoß vs. de vrije schop); Derivation; Flexion; Artikel und Genus; Reflexivpronomen
  • im Bereich der Syntax: externe vs. interne Possessoren (Ich habe mir den Arm gebrochen. vs. Ik heb mijn arm gebroken.); Präpositionen vs. Postpositionen (Janneke läuft auf den/dem Hügel. vs. Janneke loopt de heuvel op / op de heuvel.); Argumentstruktur; Verbcluster; Wortstellungsvariation im Mittelfeld; Extraposition; Expletiva
  • im Bereich der Informationsstruktur: sprachspezifische Realisierung informationsstruktureller Kategorien wie Fokus und Topik
  • im Bereich der regionalen Variation: dialektale Variation; Dialektkontinuum; Standardvarietäten (Deutsch in Deutschland, Österreich, der Schweiz, …; Niederländisch in den Niederlanden, Flandern, …)
  • im Bereich der sozialen Variation: Verwendung von Höflichkeitsformen, Jugendsprache

Weitere zu behandelnde Themengebiete sind die in vielen Bereichen konstatierte Zwischenstellung des Niederländischen zwischen dem Deutschen und dem Englischen sowie die Konsequenzen der Ergebnisse kontrastiver Forschung für den Fremdsprachenunterricht.

Prüfung

Voraussetzung zur Prüfung ist die Anwesenheit und aktive Mitarbeit an allen Seminarveranstaltungen. Die Beurteilung findet auf der Basis folgender Prüfungsteile statt:

  • 2 Kurzpräsentationen (jeweils 15%)
  • Analysen sprachlicher Daten (20%)
  • abschließende Hausarbeit zu einem selbstgewählten Thema, das an den Inhalt des Kurses anschließt (50%).

Alle schriftlichen Aufgaben werden in Deutsch und entsprechend der angegebenen formalen Vorgaben über die digitale Lernplattform eingereicht.

In der Variante für 5 ECTS entfällt die Hausarbeit.

Literatur

Die TeilnehmerInnen bereiten sich intensiv auf die einzelnen Seminarsitzungen vor. Alle TeilnehmerInnen halten im Laufe des Kurses zwei Kurzpräsentationen und analysieren selbständig sprachliche Daten. Der Kurs wird mit einer Hausarbeit abgeschlossen.

Themenverteilung:

  1. Einführung in die kontrastive Linguistik; Sprachgeschichte des Deutschen und Niederländischen
  2. Kontrastive Phonetik und Phonologie
  3. Kontrastive Morphologie
  4. Kontrastive Syntax und Informationsstruktur
  5. Kontrastive Variationslinguistik

Übrige Information

Literatur

  1. Brdar-Szabó, R. (2010): Nutzen und Grenzen der kontrastiven Analyse für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. In: Krumm, H.-J., C. Fandrych, B. Hufeisen & C. Riemer (Hg.): Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Ein internationales Handbuch. 1. Halbband. Berlin, New York: de Gruyter, 518 – 531
  2. Goossens, J. (1976): Was ist Deutsch – und wie verhält es sich zum Niederländischen? In: Göschel, J., N. Nail & G. van der Elst (Hg.): Zur Theorie des Dialekts. Wiesbaden: Franz Steiner Verlag, 256 – 282
  3. Grimm, H.-J. (2001): Kontrastivität in der Lexik. In: Helbig, G., L. Götze, G. Henrici & H.-J. Krumm (Hg.): Deutsch als Fremdsprache. Ein internationales Handbuch. 1. Halbband. Berlin, New York: de Gruyter, 214 – 224
  4. Hüning, M. (2002): Perspektiven der kontrastiven Sprachwissenschaft für die Niederlandistik. In: Wiesinger, P. (Hg.): Akten des X. Internationalen Germanistenkongresses Wien 2000. Bern: Peter Lang, 93 – 99
  5. Hüning, M. (2003): Zwischen Deutsch und Englisch. Aspekte der sprachlichen Identität des Niederländischen. In: Van Uffelen, H., M. E. Weissenböck & C. van Baalen (Hg.), Sprache und Identität. Akten des Symposiums zum 10-jährigen Bestehen der Niederlandistik am 18. und 19. Oktober 2002 in Wien. Wien: Edition Praesens, 143 – 158
  6. Hüning, M. (2006): Nederlands, Duits, Engels: tussen-dimensies. In: Hüning, M. et al. (Hg.): Nederlands tussen Duits en Engels. Handelingen van de workshop op 30 september en 1 oktober 2005 aan de Freie Universität Berlin. Leiden: SNL, 9 – 18
  7. Hüning, M. (2010): Adjective + Noun constructions between syntax and word formation in Dutch and German. In: Onysko, A. & S. Michel (Hg.): Cognitive Perspectives on Word Formation. Berlin, New York: Mouton de Gruyter, 195 – 215
  8. Hüning, M. & B. Schlücker (2010): Konvergenz und Divergenz in der Wortbildung. Komposition im Niederländischen und im Deutschen. In: Dammel, A., S. Kürschner & D. Nübling (Hg.): Kontrastive Germanistische Linguistik. Hildesheim u.a.: Olms, 783 – 825
  9. Lutjeharms, M. (2010): Kontrastive Analyse Niederländisch-Deutsch. In: Krumm, H.-J., C. Fandrych, B. Hufeisen & C. Riemer (Hg.): Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Ein internationales Handbuch. 1. Halbband. Berlin, New York: de Gruyter, 641 – 647
  10. Werner, K. & C. Müller (2001): Niederländisch. In: Hirschfeld, U., H. P. Kelz & U. Müller (Hg.): Phonetik International. http://www.phonetik-international.de/

Weitere Literatur wird zu Beginn des Kurses bekanntgegeben.

 

Kosten

Geen kosten voor studenten

 

Kursdaten

5 Seminartermine von je 6 Stunden, jeweils Freitagnachmittag
genaue Termine nach Vereinbarung

 

Arbeitsaufwand/Studienleistung

10 ECTS = 280 Stunden, davon:
• Seminarsitzungen: 5 x 6 = 30
• Vor- und Nachbereitung pro Sitzung: 5 x 20 = 100
• Vorbereitung der Kurzpräsentationen: 2 x 15 = 30
• Bearbeitung der Analyseaufgaben: 30
• Hausarbeit: 90

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