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Kultur und Kritik

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Kursname

Kultur und Kritik: Goethe und Kafka. Kritische Klassiker - Klassiker der Kritik

Kursleiter

RUG

EC

5

Kurstermin

semester 2 (2017 - 2018)

Anmeldefrist

10/09/2017 - 07/01/2018

Ort

UvA & RUG

Dozent(en)

Dr. Florian Lippert (RUG), Dr. Ansgar Mohnkern (UvA).

Email Kontakt

Dr. Florian Lippert

Lernziele

  • Studierende vertiefen Techniken der eigenständigen und kritischen Lektüre von klassischen Texten der Literaturgeschichte
  • Studierende setzen sich mit sozial- und kulturkritischen Hintergründen und Potenzialen klassischer Texte auseinander
  • Studierende schärfen ihr begriffliches Analyserepertoire, indem sie kritisch Sekundärliteratur lesen, diskutieren und in die eigene wissenschaftliche Arbeit einarbeiten
  • Studierende erarbeiten sich weitgehend selbstständig ein eigenes Thema anhand von mindestens einem der vorgestellten Beispiele, in dem Analyse, Rezeption und theoretische Untermauerung berücksichtigt sind.
  • Studierende sind in der Lage, mündliche Referate und Co-Referate zu halten und zu verschriftlichen sowie Diskussionsbeiträge auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau (C1/C2) beizusteuern.
  • Studierende sind in der Lage, einen Studientag zu organisieren und durchzuführen, auf dem den MA-Studiengang abschließende Arbeiten in wissenschaftlicher Form und auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau (C1/C2) präsentiert und diskutiert werden.

Inhalt

Allgemein:

Die Fähigkeit zur (Selbst-) Reflexion ist eine dem Menschen eigene Eigenschaft. Mit ihr verbunden ist der kritische Umgang mit der eigenen Kultur. Kulturkritik bezieht sie sich nicht nur auf die Gesellschaft, sondern auch auf die Manifestationen der Kultur selbst. Sie ist von einer Haltung des Zweifels gegenüber Normen und Werten gekennzeichnet und hat vielfältige Ausdrucksformen und Techniken hervorgebracht. Diese zeigen sich sowohl in philosophischen, politischen, soziologischen und ästhetischen Diskursen als auch in den künstlerischen Manifestationen im Sinne der neuzeitlichen Selbstreflexivität von Kunst. In der Kulturkritik gibt es einerseits rückwärtsgewandte Tendenzen, die sich auf Traditionen berufen und die Wiederherstellung eines früheren und im Rückblick positiv bewertenden  Zustandes anstreben. Andererseits gibt es zukunftsorientierte Perspektiven, die Tendenzen zur Verbesserung oder Verschlechterung des bisherigen Zustands antizipieren. In der Literatur drückt sich das beispielsweise im Topos der Utopie oder Dystopie aus.

Zu den zentralen Kritikpunkten gehören bis heute Themen wie Entfremdung, Verdinglichung oder Rationalisierung sowie die alles bestimmende Herrschaft und Macht des Geldes, der Technik und der Medien. Deutschsprachige Grundlagentexte hierzu stammen u.a. von Friedrich Schiller, Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud, Max Weber, Oswald Spengler, Adorno, Thomas Mann, Martin Heidegger. Ausgehend von diesen kulturkritischen Ansätzen behandelt der Kurs sowohl das ästhetische Potential als auch die politische Brisanz der deutschsprachigen Kulturkritik vom ausgehenden 18. bis zum beginnenden 21. Jahrhundert.

Spezifizierung 2017/18:

Johann Wolfgang von Goethe und Franz Kafka gelten vielen als die bekanntesten Autoren deutscher Sprache. Warum ist das so? Welche grundlegenden anthropologischen und kulturellen Dispositionen sprachen und sprechen ihre Texte an? Was verraten die Werke über die Zeit ihrer Autoren – und über unsere heutige, betrachtet man ihre unverminderte Popularität? Welche kultur- und gesellschaftskritischen Hintergründe, Konzepte und Potenziale weisen die Texte beider Autoren auf?

Das Seminar beleuchtet grundsätzliche Fragen zu den Themen Geschichte, Kultur, Gesellschaft und Ökologie (Goethe) sowie Aspekte der Kritik modernen Lebens und seiner sprachlichen, technologischen und ideologischen Organisation (Kafka). Literatur wird hierbei einerseits allgemein als Teil kritischer kultureller Diskurse und andererseits spezifisch als Kritik an kulturellen Dispositionen und Praktiken besprochen.

Für beide Autoren wollen wir darüber hinaus anhand von ausgewählten Beispielen der Rezeption erörtern, wie Klassiker zum Ausgangspunkt konkreter kulturkritischer Debatten geworden sind.

Folgende Texte bilden die Grundlage der Diskussion:

 I Goethe

  1. Italienische Reise (Auszüge)
  2. Wilhelm Meisters Lehrjahre (Auszüge)
  3. Faust I und II
  4. Die Wahlverwandtschaften
  5. Lyrik

II Kafka

  1. Der Prozeß
  2. Erzählungen (u.a. Das Urteil, Ein Bericht für eine Akademie, Forschungen eines Hundes, Der Bau, Die Sorge des Hausvaters)
  3. Die Verwandlung
  4. Tagebücher (Auszüge)
  5. Brief an den Vater

Das Seminar ist vor allem ein Lektüreseminar, in dem die Primärtexte gelesen, diskutiert und hinsichtlich ihrer kritischen Hintergründe, Lesarten und Potenziale befragt werden. Es wird aber auch ausgewählte Sekundärliteratur gelesen und in die Diskussionen eingebunden.

Arbeitsformen

Das Seminar wird in der Form von Blockveranstaltungen angeboten. Zur Vorbereitung und aktiven Beteiligung sind regelmäßig literarische Texte sowie die relevante Forschungsliteratur zu erarbeiten. Studentische Referate ergänzen die Lehrgespräche.

Die Teilnehmenden bereiten sich intensiv auf die einzelnen Seminarsitzungen vor. Alle TeilnehmerInnen erarbeiten sich während des Kurses ein eigenes Forschungsthema. Der Kurs wird mit einer Hausarbeit abgeschlossen.

Prüfung

Voraussetzung zur Prüfung ist die Anwesenheit und aktive Mitarbeit an allen Seminarveranstaltungen. Die Beurteilung findet auf der Basis folgender Prüfungsteile statt:

  • Aktive Teilnahme und Aufgaben zur Vorbereitung der einzelnen Themen (20%);
  • Präsentation der eigenen Projektarbeit (Studienarbeit) mit Handout und Partizipation in Diskussionen (20%);
  • Schriftliche Ausarbeitung des eigenen Projekts (Hausarbeit, 4000 Wörter) (unter Verarbeitung der Kommentare; 60%).

Alle schriftlichen Aufgaben werden in adäquatem Deutsch und entsprechend der angegebenen formalen Vorgaben über die digitale Lernplattform (Wikispaces) eingereicht.

Arbeitsaufwand/Studienleistung

5 ECTS = 140 Stunden, davon:

  •     Seminarsitzungen: 4 x 5 = 20
  •     Vor- und Nachbereitung pro Sitzung: 4 x 12 = 50
  •     Intervention: 10
  •     Vorbereitung der Präsentation mit Diskussion: 10
  •     Hausarbeit: 50

 

Die genaue Leseliste wird noch bekanntgegeben. Die Texte sind alle gut erhältlichen Ausgaben zu finden. Zusatzmaterial wird als PDF zur Verfügung gestellt.

Übrige Information

Kosten

max. 100 Eur (für Bücher)

Kursdaten

Februar – Mai 2018; Freitag

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