Cursussen

Kultur und Kritik

Kursname

Kultur und Kritik: Europareflexionen in Literatur und Film nach 1989

Kursleiter

Utrecht

EC

5

Kurstermin

semester 2 (2018 - 2019)

Anmeldefrist

-

Ort

UU & RUG

Dozent(en)

dr Ewout van der Knaap (UU), Florian Lippert (RUG)

Email Kontakt

dr Ewout van der Knaap

Lernziele

Leerdoelen Lernziele Die Studierenden verfügen über
– fortgeschrittenes Wissen und Kenntnisse in Literatur-, Kultur- und Texttheorien und -methoden im Kontext politischer Themen und interkultureller Prozesse;
– fortgeschrittenes Wissen und Kenntnisse über literarische Texte und Filme zum Thema Europavisionen;
– fortgeschrittenes Wissen über die Kulturen und Geschichte des europäischen Kontinents im Allgemeinen und deutschsprachiger Regionen im Speziellen;
– die Fähigkeit, deutschsprachige Texte verschiedener Gattungen und Stile zu lesen, zu interpretieren und zu vergleichen;
– die Fähigkeit, abstrakt und analytisch zu denken und Ideen aus verschiedenen Diskursen zur europäischen Einheit zusammenzubringen;
– die Fähigkeit, Probleme im Kontext ästhetischer Europadiskurse zu identifizieren und zu lösen;
– die Fähigkeit, sich klar und strukturiert auszudrücken und hierbei die Meinungen und Forschungsergebnisse Anderer einzubeziehen;
– die Fähigkeit, selbständig an einem Problemkomplex im Feld literarischer und filmischer Europadiskurse zu arbeiten.

Inhalt

Inhoud algemeen Inhalt Die Fähigkeit zur (Selbst-) Reflexion ist eine dem Menschen eigene Eigenschaft. Mit ihr verbunden ist der kritische Umgang mit der eigenen Kultur. Kulturkritik bezieht sie sich nicht nur auf die Gesellschaft, sondern auch auf die Manifestationen der Kultur selbst. Sie ist von einer Haltung des Zweifels gegenüber Normen und Werten gekennzeichnet und hat vielfältige Ausdrucksformen und Techniken hervorgebracht. Diese zeigen sich sowohl in philosophischen, politischen, soziologischen und ästhetischen Diskursen als auch in den künstlerischen Manifestationen im Sinne der neuzeitlichen Selbstreflexivität von Kunst. In der Kulturkritik gibt es einerseits rückwärtsgewandte Tendenzen, die sich auf Traditionen berufen und die Wiederherstellung eines früheren und im Rückblick positiv bewertenden Zustandes anstreben. Andererseits gibt es zukunftsorientierte Perspektiven, die Tendenzen zur Verbesserung oder Verschlechterung des bisherigen Zustands antizipieren. In der Literatur drückt sich das beispielsweise im Topos der Utopie oder Dystopie aus.
Zu den zentralen Kritikpunkten gehören bis heute Themen wie Entfremdung, Verdinglichung oder Rationalisierung sowie die alles bestimmende Herrschaft und Macht des Geldes, der Technik und der Medien. Deutschsprachige Grundlagentexte hierzu stammen u.a. von Friedrich Schiller, Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud, Max Weber, Oswald Spengler, Adorno, Thomas Mann, Martin Heidegger. Ausgehend von diesen kulturkritischen Ansätzen behandelt der Kurs sowohl das ästhetische Potential als auch die politische Brisanz der deutschsprachigen Kulturkritik vom ausgehenden 18. bis zum beginnenden 21. Jahrhundert.

2018-2019

Wohin steuert Europa? Gibt es eine gemeinsame europäische Zukunft? Wenn ja, wie sieht sie aus? Diese Fragen sind nicht allein politisch, sondern stark kulturell bestimmt. Ein drastisches Beispiel ist die im Rahmen der Flüchtlingskrise neu aufbrandende Diskussion um eine “kulturelle Identität Europas”, in deren Namen etwa Rechtspopulisten neuerdings eine gemeinsame abendländische Kultur beschwören, um aus einem ursprünglich integrativen Projekt eines der Ausgrenzung zu machen. Wo es aber um Kultur geht, fragt man besser die Experten: Literaten, Philosophen und Filmemacher setzen sich seit langem kritisch mit Fragen der Einheit und Diversität in Europa auseinander – so intensiv, hartnäckig und renitent, dass Heinrich Mann bereits 1927 feststellte, “das übernationale Gemeinschaftsgefühl der Europäer (sei) reine Erfindung der Dichter – nur von ihnen erhalten und aufbewahrt während der feindlichsten Zeiten”. Im Lauf des 20. Jahrhunderts überdauerte diese “Erfindung” beide Weltkriege und bekam mit dem Ende des Kalten Krieges einen neuen Schub, bevor sie durch die diversen Krisen der 2000er Jahre wieder nachhaltig in Frage gestellt wurde.

Prüfung

Präsentation   40%             
Hausarbeit    60% 

Arbeitsaufwand:
 5 ECTS = 140 Stunden, davon:
· Seminarsitzungen: 4 x 5 = 20
· Vor- und Nachbereitung pro Sitzung: 4 x 12 = 50
· Vorbereitung der Präsentation mit Diskussion: 20
· Hausarbeit: 50    

Literatur

Die genaue Leseliste wird noch bekanntgegeben. Die Texte sind alle gut erhältlichen Ausgaben zu finden. Zusatzmaterial wird als PDF zur Verfügung gestellt.      

Kosten: maximal 100 Euro für Bücher.     

Übrige Information

Arbeitsformen:
Das Seminar wird in der Form von Blockveranstaltungen angeboten. Zur Vorbereitung und aktiven Beteiligung sind regelmäßig literarische Texte, Filme sowie die relevante Forschungsliteratur zu erarbeiten. Studentische Referate ergänzen die Lehrgespräche.

8 Themensitzungen von je 2,5 Stunden, verteilt auf 4 Sitzungstage insgesamt sowie eine Abschlussveranstaltung am Master-Language-Tag.

Termine: vier Freitage im 2. Semester, jeweils 12.00-14.30 und 15.30-18.00.

Die Teilnehmenden bereiten sich intensiv auf die einzelnen Seminarsitzungen vor. Alle TeilnehmerInnen erarbeiten sich während des Kurses ein eigenes Forschungsthema. Der Kurs wird mit einer Hausarbeit abgeschlossen.

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