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Lästige Laute

Kursname

Lästige Laute

Kursleiter

EC

10

Kurstermin

semester 1 (2015 - 2016)

Anmeldefrist

- 15/01/2016

Ort

Groningen. Freitags 12-18 Uhr: 11. September; 2. Oktober; 30. Oktober; 20. November; 11. Dezember

Dozent(en)

Wolfgang Kehrein (RUG)

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Lernziele

Nach erfolgreichem Abschluss dieses Kurses haben die Studierenden fundierte Kenntnisse in den Bereichen Phonetik, Phonologie und Zweitspracherwerb.
Die Studierenden sind in der Lage

  • mündliche und schriftliche Präsentationen und Diskussionsbeiträge auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau beizusteuern,
  • selbstständig Literatur zu den im Seminar behandelten Themenbereichen zu recherchieren, in strukturierter Form zu präsentieren (mündlich und schriftlich) und darüberhinausgehende Fragestellungen zu formulieren,
  • eine wissenschaftliche Arbeit zu einer mit dem Seminarthema zusammenhängenden Frage auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau zu verfassen (C1/C2).

Inhalt

Einem Muttersprachler genügt häufig ein kurzes Stück gesprochener Sprache, um einen ausländischen Akzent bei seinem Gesprächspartner zu entdecken. Dieser Akzent lässt sich in einigen Fällen leicht beschreiben, etwa wenn wir “schwierige” Laute in einer Fremdsprache durch andere Laute ersetzen (wir sagen ‘I sink’ und werden von einem freundlichen Engländer vor dem Ertrinken gerettet, obwohl wir eigentlich nur nachdenken wollten).
Viel häufiger aber sind die Abweichungen von der Zielsprache subtiler. Bei der Aussprache eines scheinbar simplen deutschen Wortes wie z.B. “Pol” lässt sich ein niederländischer Akzent bei jedem einzelnen der drei Laute nachweisen. Diese Akzentmerkmale sind für den Laien nur schwer zu beschreiben, lassen sich aber anhand verschiedener akustischer Parameter (hier: “voice onset time”, erster und zweiter Formant) leicht messen.
Das Seminar setzt es sich zum Ziel, das Phänomen Akzent von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Fragestellungen sind u.a.:

  • Was genau macht unseren Akzent in einer Fremdsprache aus (der Schwerpunkt liegt naturgemäß auf dem niederländischen Akzent im Deutschen)? Gibt es “schwierige” und “leichte” Laute?
  • Auf welchen lautlichen Ebenen tritt Akzent auf (Laute, Silben, Betonung, Intonation, …)?
  • Wie lassen sich Akzentmerkmale objektivieren (= messen)?
  • Welchen Einfluss hat unsere Muttersprache (L1) auf den Akzent in einer Zweitsprache (L2)? Gibt es noch weitere Einflüsse?
  • Ist es überhaupt möglich, eine Zweitsprache akzentfrei zu sprechen? Und wenn nicht: wie können wir unseren Akzent zumindest minimieren?

Das Seminar umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil. Im ersten Teil erwerben die Studierenden die notwendigen theoretischen Grundlagen in den folgenden Gebieten:

  • Phonetik (akustisch und artikulatorisch)
  • Phonologie (Struktur und Regeln/Beschränkungen)
  • Zweitspracherwerb (phonetisch-phonologische Aspekte)
  • Umgang mit Programmen zur akustischen Analyse von Sprache (insb. PRAAT, Boersma & Weenink 1992-2014) sowie Normalisierungsverfahren (NORM, Thomas & Kendall 2007-2012)

Im zweiten Teil führen die Studierenden (unter Anleitung der Dozenten) eine eigene empirische Untersuchung zum Thema Akzent durch (im Sinne eines Pilotprojekts).

Prüfung

Voraussetzung zur Prüfung ist die Anwesenheit und aktive Mitarbeit an allen Seminarveranstaltungen. Die Beurteilung findet auf der Basis folgender Prüfungsteile statt:

  • Kurzer praktischer und theoretischer Test zu Grundlagen der Phonetik / Phonologie am Ende der dritten Veranstaltung (20%)
  • Einzelpräsentation während der Abschlussveranstaltung (30%)
  • Abschließende Hausarbeit zum Thema der Präsentation (50%).

Alle schriftlichen Aufgaben werden in Deutsch und entsprechend der angegebenen formalen Vorgaben über die digitale Lernplattform eingereicht.

Literatur

5 Seminartermine von je 6 Stunden.

  1. • Vorstellung der Themen und des Studienmaterials
    • Einführung in die artikulatorische und akustische Phonetik
  2. • Einführung Phonologie: Laute, Silben, Betonung, Intonation; Regeln/Beschränkungen
    • phonologische Aspekte des Zweispracherwerbs
  3. • Einführung in die akustische Analyse von Sprache (PRAAT) und Normalisierungsverfahren (NORM)
    • Vorstellung der eigenen Projekte
  4. • Durchführung der akustischen Analyse
  5. • Einzelpräsentationen der Kursteilnehmer und Diskussion

Die abschließende Hausarbeit wird nach dem Seminar und in individueller Rücksprache mit den beteiligten Dozenten erstellt.

 

Übrige Information

Literatur

Féry, Caroline (2004): Phonologie des Deutschen. Linguistics in Potsdam 7. 3., überarbeitete Auflage.

Ausgewählte Sekundärliteratur, die über die digitale Lernplattform angeboten wird.

 

Software:
Boersma, Paul & David Weenink (1992-2014): Praat – Doing phonetics by computer. Version 5.4. (www.praat.org)
Thomas, Erik R. & Tyler Kendall (2007-2012): Norm – The Vowel Normalization and Plotting Suite. (ncslaap.lib.ncsu.edu/tools/norm)

 

Kosten
Geen kosten voor studenten.

 

Kursdaten

11. September; 2. Oktober; 30. Oktober; 20. November; 11. Dezember

 

Arbeitsaufwand/Studienleistung

10 EC = 280 Stunden, davon…
▪ Anwesenheit: 5×6 = 30
▪ Vor- und Nachbereitung pro Sitzung: 5 x 10 = 50
▪ Datenvorbereitung, -aufnahme und -analyse: 60
▪ Präsentation (samt Literaturrecherche und ppt): 50
▪ Hausarbeit: 90

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