Cursussen

Macht-Spiele

Kursname

Macht-Spiele: Gender- und statusspezifische Organisation von Sprache in der Literatur des Mittelalters und der Gegenwart

Kursleiter

EC

10

Kurstermin

semester 1 (2014 - 2015)

Anmeldefrist

- 15/08/2014

Ort

Amsterdam und Utrecht

Dozent(en)

Dr. Julia Richter / Dr. Elke Huwiler

Email Kontakt

Doel van de cursus

  • Die Studierenden erwerben grundlegende Kenntnisse der Analyse diskursiver Strukturen in mittelalterlichen und gegenwärtigen literarischen Texten.
  • Die Studierenden erarbeiten weitgehend selbständig einen eigenen Analysefokus mit einer Fragestellung, wobei neben dem literarischen Text auch der kulturhistorische Hintergrund und die theoretische Unterbauung berücksichtigt werden.
  • Die Studierenden sind in der Lage, mündliche Diskussions- und schriftliche Textbeiträge auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau (C1/C2) beizusteuern.
  • Die Studierenden sind in der Lage, anhand der Beschäftigung mit mittelalterlichen und gegenwärtigen Texten eigene Fragestellungen zu entwickeln, eine schriftliche Analyse durchzuführen, und diese im Rahmen der den MA-Studiengang abschließenden studentischen Tagung auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau vorzustellen und zu diskutieren (C1/C2).

Inhalt

Ein kulturwissenschaftlicher Blick auf literarische Texte zeigt, dass darin Strukturen aufgedeckt werden können, die auf bestimmte Machtverhältnisse der jeweiligen Zeit verweisen. Beispielsweise werden Genderfragen, Fragen nach sozialem Status, nach „nationaler“ Identität, aber auch etwa nach Alter und Herkunft in den Texten verhandelt. Dabei gibt es verschiedene Arten, wie mit diesen Fragen umgegangen wird: Die gesetzten Ordnungen der sozialen Realität können einerseits abgebildet und affirmiert, andererseits jedoch auch in Frage gestellt oder untergraben werden in den Texten. Auch können Alternativen zu den bestehenden Ordnungen vorgestellt und in den Texten erprobt werden.

In Schauspielen der Frühen Neuzeit beispielsweise werden zeitgenössische Fragen und Probleme auf der Bühne verhandelt, indem die Rollen vertauscht werden. Im Seminar wird der Frage nachgegangen, ob solche karnevalesken Verkehrungen der gesellschaftlichen Machtverhältnisse (Mann-Frau / Adlige-Bauern / Einheimische-Fremde) diese tatsächlich kritisieren, oder ob sie sie dadurch nicht gerade affirmieren. Dabei wird auch auf die spezifische Situation der Aufführungssituation eigegangen.

Ein anderes Beispiel sind epische Texte des Mittelalters, in denen die Sprache ebenfalls derart strukturiert ist, dass Machtverhältnisse sichtbar werden. Z.B. kann anhand der Darstellung von sozialem Aufstieg oder Abstieg der Protagonisten untersucht werden, wie ein solcher Prozess sprachlich organisiert ist. Dabei wird der Frage nachgegangen, was für einen ‘Platz’ solche symbolischen Verhandlungen von Machtstrukturen in der damaligen Gesellschaft haben.

Im zweiten Teil des Seminars werden die gemeinsam erarbeiteten Fragestellungen anhand von Gegenwartsliteratur beleuchtet. Identitäten und Kulturen scheinen in der heutigen Gesellschaft brüchig und unsicher geworden zu sein. Wie werden in zeitgenössischen Texten die vielfältigen, von unterschiedlichen Diskursen geprägten Identitäten unserer Zeit konstruiert? Wie verhandeln die Texte die komplexen Machtstrukturen, die die heutige Gesellschaft prägen? Dabei werden sowohl epische Texte als auch Schauspiele behandelt, beispielsweise von Elfriede Jelinek, die selber in ihren Texten gesellschaftlichen Machtverhältnissen auf den Grund geht und diese vorführt.

Das Seminar wird mit einer Veranstaltung im Januar (selber organisierte studentische Tagung) abgeschlossen, an der die Studierenden ihre schriftlichen Abschlussarbeiten mit eigenständig erarbeiteten Frage- und Problemstellungen anhand von mittelalterlichen und gegenwärtigen Texten vorstellen und gemeinsam erörtern.
Lernziele

Die Studierenden erwerben grundlegende Kenntnisse der Analyse diskursiver Strukturen in mittelalterlichen und gegenwärtigen literarischen Texten.
Die Studierenden erarbeiten weitgehend selbständig einen eigenen Analysefokus mit einer Fragestellung, wobei neben dem literarischen Text auch der kulturhistorische Hintergrund und die theoretische Unterbauung berücksichtigt werden.
Die Studierenden sind in der Lage, mündliche Diskussions- und schriftliche Textbeiträge auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau (C1/C2) beizusteuern.
Die Studierenden sind in der Lage, anhand der Beschäftigung mit mittelalterlichen und gegenwärtigen Texten eigene Fragestellungen zu entwickeln, eine schriftliche Analyse durchzuführen, und diese im Rahmen der den MA-Studiengang abschließenden studentischen Tagung auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau vorzustellen und zu diskutieren (C1/C2).

Prüfung

Voraussetzung zur Prüfung ist die Anwesenheit und aktive Mitarbeit an allen Seminarveranstaltungen. Die Beurteilung findet auf der Basis folgender Prüfungsteile statt:

  • Verschiedene einzelne Aufgaben zur Vorbereitung auf das Thema und Präsentationen während des Blockseminars  (20%)
  • Schriftliche Abschluss-Analyse (40%)
  • Aktive Partizipation an der Organisation der studentischen Tagung im Januar (10%)
  • Vortrag und aktive Diskussions-Mitarbeit während der Tagung (30%)

Alle schriftlichen Aufgaben werden in adäquatem Deutsch und entsprechend der angegebenen formalen Vorgaben über die digitale Lernplattform (Wikispaces) eingereicht.

Literatur

Quellen: Die zu lesenden Texte und Textausschnitte werden vor Beginn des Seminars bekanntgegeben und zu einem großen Teil über die digitale Lernplattform (Wikispaces) als pdf-Dateien zur Verfügung gestellt.

Forschungsliteratur: Die Texte werden vor Beginn des Seminars bekanntgegeben und zu einem großen Teil über die digitale Lernplattform (Wikispaces) als pdf-Dateien zur Verfügung gestellt. Relevante theoretische Hintergrundtexte sind z.B.

  • Dartmann/Füssel/Rüther (Hg.): Raum und Konflikt. Zur symbolischen Konstituierung gesellschaftlicher Ordnung in Mittelalter und Früher Neuzeit
  • Reichmann (Hg.): Narrative Konstruktion nationaler Identität
  • Lash/Friedman (Hg.): Modernity and Identity
  • Davis: „Women on Top: Symbolic Sexual Inversion and Political Disorder in Early Modern Europe“
  • Meier: „Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Werte im vormodernen Theater“

Übrige Information

Termine

Einführungsveranstaltung in Amsterdam: 17. September 2014 (ganzer Tag) Uva REC-JK 1.27

Blockseminar in einem Kogresszentrum (mit Übernachtung): 8.-10. Oktober 2014

Abschlussveranstaltung (studentische Tagung) in Utrecht: voraussichtlich 21. Januar 2015 (ganzer Tag)

 

Leistungdpunkte in ECTS

Der Verlauf des Seminars sieht folgendermaßen aus:

 

Einführungsveranstaltung, 17. September 2014, Amsterdam (ganztägig)

Arbeitsbelastung inkl. Vorbereitung:60 Stunden

Vorbereitend auf diese Einführugsveranstaltung sollen die Studierenden erste theoretische Texte zu verschiedenen Konzepten (z.B. Genderkonstruktion, Soziale Ordnung, Konstruktion von nationaler Identität) lesen, die in die Materie einführen. An der Einführungsveranstaltung werden diese Texte erläutert und das Verständnis für die Theorie vertieft. Es werden die Quellentexte vorgestellt und bereits erste kurze Beispiel-Analysen erarbeitet. So erhalten die Studierende einen Überblick über das Material und die theoretischen Konzepte.

Als Vorbereitung für das Blocksemiar werden sie einen Aspekt der Theorie vertiefen und diesen Aspekt im Blockseminar in die Diskussionen besonders einbringen. Auch werden erste Texte und Textausschnitte der Quellentexte vorbereitend gelesen.

 

Blockseminar, 8.-10. Oktober 2014 (mit Übernachtungen), (Ort abhängig von Studierendenzahl)

Arbeitsbelastung inkl. Vor- und Nachbereitung: 160 Stunden

Im Blockseminar werden die theoretischen Ansätze vertieft und wird sowohl gemeinsam als auch selbständig mit den Quellen gearbeitet.

Zum Blockseminar gehören auch Vorträge von ExpertInnen zu verschiedenen Aspekten der Identitätsformung insbesondere der Gegenwartsliteratur.

Auf der Basis des Materials, das während des Blockseminars behandelt wurde, erarbeiten sich die Studierenden selbständig ein Forschungs-Thema, wählen einen Quellentext aus und schreiben eine Analyse (Seminararbeit). Die Arbeit wird mit den Dozierenden Beginn Januar 2015 besprochen.

 

Abschließende Veranstaltung, voraussichtlich 21. Januar 2015, Utrecht

Arbeitsbelastung inkl. Vorbereitung:60 Stunden

Die Studierenden organisieren eine studentische Tagung, indem sie selbständig die geplanten Vorträge in Panels zusammenfassen und den Tag strukturieren (die Rollen und Aufgabenbereiche werden im Blockseminar verteilt und besprochen). Für die Tagung bereiten die Studierenden einen Vortrag vor anhand ihrer schriftlichen Analyse. Die Vorträge werden an der Tagung diskutiert. Eine aktive Teilnahme an den Diskussionen ist Voraussetzung für Erlangung der EC.

 

Kosten

Angaben folgen zu einem späteren Zeitpunkt

Back
duitsen-US