Kultur und Medien

Kursname

Kultur und Medien: (Post-)Migrantische Literatur und Kultur der Gegenwart

Kursleiter

Utrecht

EC

5/6 EC

Kurstermin

semester 1 (2022-2023)

Anmeldefrist

01/06/2022 - 25/09/2022

Ort

UU en Radboud

Dozent(en)

Dr. Charis Goer (UU) en Dr. Dorothee Wiese (Radboud)

Email Kontakt

Dr. Charis Goer (UU)

Lernziele

Nach erfolgreichem Abschluss dieses Kurses haben die Studierenden fundierte Kenntnisse im Bereich der deutschsprachigen (post-)migrantischen Literatur und Kultur der Gegenwart.

Die Studierenden sind in der Lage
– mündliche und schriftliche Präsentationen und Diskussionsbeiträge auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau beizusteuern,
– selbstständig Literatur zu den im Seminar behandelten Themenbereichen zu recherchieren, in strukturierter Form zu präsentieren (mündlich und schriftlich) und darüberhinausgehende Fragestellungen zu formulieren,
– literarische Beispiele theoretisch und methodisch fundiert zu analysieren und eigene Fragestellungen, Thesen und Argumentationen zu entwickeln.

Inhalt

Kultur ist ein System von Meinungen, Werten und Praktiken, mit denen wir der Welt Bedeutung geben. Man könnte, mit Clifford Geertz, auch von einem Bedeutungsgewebe sprechen, in das wir uns selbst einspinnen. Kultur ist damit alles, was unseren Lebensalltag bestimmt. Sie ist vielseitig, komplex, menschengemacht, mehrdeutig, intermedial, diskursiv, vernetzt und:  ein Produkt der Medien, denn über die Medien wird uns die Welt erklärt.

Medien sind Dispositive, durch die wir uns als Individuen so zur Welt verhalten, dass wir unser Handeln als sinnvoll erfahren. Ein Dispositiv bietet den Rahmen, durch den wir als Individuen Orientierung in der Gesellschaft finden.

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland hat einen Migrationshintergrund, im Jahr 2020 waren es laut Schätzung des Statistischen Bundesamtes 26,7 %. Damit ist Deutschland nach den USA und Saudi-Arabien das Land mit dem drittgrößten Migrationsanteil der Welt. (Post-)Migratische Diversität ist somit eine grundlegende Gegebenheit der aktuellen Gesellschaft und Kultur in Deutschland.

In diesem Seminar untersuchen wir gemeinsam, wie dieser gesellschaftliche Wandel von Literatur, Kultur und Medien beobachtet und begleitet, aufgenommen, gestaltet und geprägt wird. (Post-)Migrantische Kulturschaffende geben im deutschsprachigen Kontext wichtige Impulse zur Debatte, wie Identität, Heimat, Zugehörigkeit, Wissen, Geschichte, Differenz und die Wechselwirkungen ihrer Überschneidungen verstanden werden können. Um diese Debatten zu erschließen, machen wir uns mit theoretischen und methodischen Konzepten zum Thema (Post-)Migration, Interkulturalität und Postkolonialismus vertraut und diskutieren aktuelle exemplarische Beispiele aus Literatur, Film und Musik wie etwa von Fatih Akın, Esther Bejarano, Haftbefehl, Microphone Mafia, Sharon Douda Otoo, Emine Sevgi Özdamar, Mithu Sanyal, Senthuran Varatharajah und Feridun Zaimoglu.

Prüfung

Arbeitsformen
Seminarsitzungen

Prüfung
Impulsreferat mit Handout und Diskussion 25%
Präsentation und Diskussion des Hausarbeitsprojekts 25%
Hausarbeit 50%

Arbeitsaufwand/Studienleistung
5 ECTS = 140 Stunden, davon entfallen auf:
Seminarsitzungen: 5 x 4 = 20
Vor- und Nachbereitung pro Sitzung, insbesondere Lektüren: 5 x 10 = 50
Vorbereitung des Impulsreferats: 10
Vorbereitung der Hausarbeitsprojekt-Präsentation: 10
Hausarbeit: 50

UvA/VU
UvA/VU-students who need 6 ECTS will make slightly longer assignments or do an extra assignment. This must be determined with your lecturer in week 1.

Literatur

Empfohlene Sekundärliteratur:

– Adelson, Leslie A.: The Turkish Turn in Contemporary German Literature. Toward a New Critical Grammar of Migration. New York: Palgrave Macmillan 2005 (= Studies in European Culture and History).
– Alkın, Ömer: Die visuelle Kultur der Migration. Geschichte, Ästhetik und Polyzentrierung des Migrationskinos. Bielefeld: Transcript 2019 (= Postmigrantische Studien).
– Cheesmann, Tom: Novels of Turkish German Settlement. Cosmopolite Fictions. Rochester, NY: Camden House 2007.
– Deutsch-Türkische Filmkultur im Migrationskontext. Hg. von Ömer Alkın. Wiesbaden: VS Springer Verlag 2017.
– Handbuch Interkulturelle Germanistik. Hg. von Alois Wierlacher und Andrea Bogner. Stuttgart und Weimar: Metzler 2003.
– Interkulturelle Literatur in Deutschland. Ein Handbuch. Hg. von Carmine Chiellino. Stuttgart u.a.: Metzler 2000.
– Leskovec, Andrea: Einführung in die interkulturelle Literaturwissenschaft. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2011 (= Einführung Germanistik).
– Literatur und Migration. Hg. von Heinz Ludwig Arnold, Gastredaktion Julia Abel u.a. München: Text & Kritik 2006 (=Text & Kritik Sonderband).
– Migrationsliteratur. Schreibweisen einer interkulturellen Moderne. Hg. von Klaus Schenk u.a. Tübingen u.a.: Francke 2004.
– Nach der Migration. Postmigrantische Perspektiven jenseits der Parallelgesellschaft. Hg. von Erol Yildiz und Marc Hill. Bielefeld: Transcript 2014 (= Kultur & Konflikt, Bd. 6).
– Postkolonialismus und Postmigration. Hg. von Ömer Alkın und Lena Geuer. Bielefeld: Transcript 2022.
– Re-, Visionen : postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland. Hg. von Kein Nghi Ha. Münster: Unrast 2017.
-Verlan, Sascha und Loh, Hannes: 35 Jahre HipHop in Deutschland. 3. Aufl. Höfen: Hannibal 2015.

Eine verbindliche Liste der zu lesenden und ggf. anzuschaffenden Literatur wird rechtzeitig vor Seminarbeginn bekannt gegeben.

Übrige Information

Freitagen 13:00-18:00

Alle Seminare finden statt on campus in Utrecht (UU) und Nijmegen (Radboud):
25.11.22  UU
09.12.22  Radboud
16.12.22  UU
13.01.23  Radboud
20.01.23  UU

Inschrijven

Enrolment Form
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