DU26-27 Deutsch kontrastiv
Kursname
Das germanische Sandwich: Deutsch, Niederländisch und EnglischKursleiter
ULEC
5/6 ECKurstermin
semester 2 (2026 - 2027)Anmeldefrist
Ort
Nijmegen (RU), Leiden (UL)Dozent(en)
Dr. Jenny Audring (UL) & Chrissy Laurentzen (RU)E-Mail Kurskoordinator
Dr. Jenny Audring (UL)Lernziele
Studierende, die diesen Kurs erfolgreich absolviert haben:
- verfügen über fundiertes Wissen im Bereich der kontrastiven Sprachwissenschaft, der grammatischen Analyse und/oder der Spracherwerbsforschung im Bezug auf das Deutsche;
- sind mit aktuellen Fragestellungen und Methoden der Sprachvergleichsforschung vertraut und können diese anwenden;
- sind in der Lage, im Bezug die im Kurs behandelten Themen einen eigenen Standpunkt zu entwickeln, zu formulieren und zu erläutern;
- können selbständig Literatur zu den behandelten Themen suchen und darüber in strukturierter Form Bericht erstatten (mündlich und schriftlich);
- können Sprachmaterial theoretisch und methodisch fundiert analysieren und eigene Forschungsfragen, Hypothesen und Argumentationen entwickeln;
- können sich deutlich und strukturiert mündlich und schriftlich auf einem inhaltlich und sprachlich angemessenen Niveau äußern (C1/C2);
- sind in der Lage, mithilfe von Feedback über ihren Lernprozess zu reflektieren und ihn wenn nötig zu verbessern;
- sind imstande, Unterrichtsentwürfe auf Grundlage eigener Fragestellungen zu entwickeln, diese auszuführen, zu beurteilen und zu verbessern (spezifisch für Lehramtsstudierende).
Inhalt
Dieser Kurs untersucht das Deutsche als Erst- und Zweitsprache im Kontrast zum Niederländischen und zu anderen Sprachen. Wir befassen uns mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den Sprachen und deren Folgen für den Spracherwerb und die linguistische Theoriebildung. In jedem Jahr werden andere inhaltliche und methodologische Schwerpunkte gesetzt.
Deutsch, Niederländisch und Englisch – so ähnlich und doch so anders? Immer wieder wird die Ähnlichkeit zwischen den drei Sprachen betont. Die Übereinstimmungen im Wortschatz und in der Grammatik sind so groß, dass Sprecher einer der Sprachen die der anderen mit vergleichsweise geringem Aufwand verstehen lernen können. Trotzdem ist das aktive Benutzen der jeweils anderen Sprachen beim Sprechen und Schreiben oft schwieriger als gedacht. Die Folge sind typische Fehler in der Fremdsprache und die Tatsache, dass Muttersprachler einer der Sprachen oft schnell als solche identifiziert werden können, wenn sie in einer der anderen Sprachen kommunizieren. Im Kurs soll dieser Problembereich aus der Perspektive der kontrastiven Linguistik betrachtet werden.
Diese linguistische Teildisziplin beschäftigt sich mit dem Vergleich von Einzelsprachen im Hinblick auf spezifische grammatische und lexikalische Eigenschaften und Merkmale des Sprachgebrauchs. Das Deutsche, Niederländische und Englische sind aufgrund ihrer engen Verwandtschaft und den damit verbundenen oft ähnlichen Eigenschaften ein idealer Gegenstand der kontrastiven Linguistik. Einerseits gibt es genügend Übereinstimmungen, die einen sinnvollen Vergleich überhaupt erst ermöglichen, andererseits erlauben die zu beobachtenden Unterschiede und deren Systematik relevante Rückschlüsse auf die Architektur der Einzelsprachen.
Im Kurs soll gezeigt werden, welche Vorteile eine kontrastive Herangehensweise für die Analyse einzelsprachlicher Phänomene bietet. Nach einer allgemeinen Einführung in die kontrastive Linguistik sollen die drei Sprachen dazu hinsichtlich unterschiedlicher Phänomene miteinander verglichen werden. Dabei betrachten wir die Bereiche der Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik und der Pragmatik. Eine wichtige Rolle wird dabei die in vielen Bereichen konstatierte Zwischenstellung des Niederländischen zwischen dem Deutschen und dem Englischen (das sogenannte „germanische Sandwich“) spielen.
Pädagogische Perspektive
Die edukative Perspektive folgt aus dem Inhalt des Kurses. Ziel des Masterlanguage-Kursangebots ist der Erwerb inhaltlichen Wissens. Dieses ist auch für Lehramtsstudierende relevant und wichtig, und kann zudem nicht immer an allen universitären Standorten vermittelt werden. Die Didaktisierung des Fachinhalts wird in die Prüfungsmodalitäten eingebettet.
Einen Schwerpunkt im Kurs bildet die Analyse konkreter sprachlicher Daten. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden sowohl auf ihre Relevanz für die linguistische Theoriebildung als auch auf ihre Konsequenzen für den DaF-Unterricht hin untersucht, insbesondere mit Blick auf Lerner*innen mit Niederländisch als Erstsprache. Die Prüfungsleistungen (Aufgaben und Referat) können auf Wunsch und in Abstimmung mit den Lehrenden ein lehramtsbezogenes Thema haben. Auch kann statt eines abschließenden Essays ein Unterrichtsentwurf geschrieben werden.
Bedingungen Kursteilnahme / Sprachkenntnisse
Beherrschung des Deutschen auf C1-Niveau (produktiv) bzw. C1/C2-Niveau (rezeptiv); Basiswissen auf dem Gebiet der deutschen Sprachwissenschaft.
Arbeitsformen
Tutorien, davon mindestens zwei auf dem Campus und maximal drei online.
Prüfung
Referat 20%
Essay 20%
Übungsaufgaben 3x 20%
UvA/VU-Studierende, die 6 EC benötigen, erfüllen eine zusätzliche Aufgabe. Dies muss in der ersten Sitzung mit den Dozierenden abgesprochen werden.
Arbeitsaufwand/Studienleistung
5 EC = 140 Stunden, davon:
- Seminarsitzungen: 5 x 4 = 20
- Vor- und Nachbereitung: 5 x 12 = 60
- Vorbereitung des Referats: 20
- Schreiben der Zusammenfassung: 10
Bearbeitung der Analyseaufgaben: 30
Zeitplan
Freitags 13:00 – 17:00
Daten auf dem Campus: 19-2 (Nijmegen), 30-4 (Leiden)
Daten auf dem Campus oder online: 5-3 (Leiden), 19-3 (Nijmegen), 9-4 (Nijmegen)
Literatur
Literatur wird während des Seminars digital zur Verfügung gestellt.