DUI26-27 Literatur, Kultur und Diskurs

Kursname

Literatur, Kultur und Diskurs

Kursleiter

UU

EC

5/6 EC

Kurstermin

semester 1 (2026 - 2027)

Anmeldefrist

08/06/2026 - 20/09/2026

Ort

Utrecht (UU), Nijmegen (RU)

Dozent(en)

Dr. Charis Goer (UU) Dr. Doro Wiese (RU)

E-Mail Kurskoordinator

Dr. Charis Goer (UU)

Lernziele

Erfolgreiche Studierende

  • verfügen über fundierte Kenntnisse der deutschsprachigen Literatur und Kultur und können unterschiedliche theoretische und methodologische Perspektiven innerhalb der Literatur- und Kulturwissenschaft einnehmen;
  • können relevante literatur- und kulturwissenschaftliche Diskussionen reproduzieren und analysieren;
  • können eine eigene Position zu den im Kurs behandelten Themen entwickeln, formulieren und erläutern;
  • können selbstständig primäre und sekundäre Quellen zu den im Seminar behandelten Themenbereichen recherchieren und in strukturierter Form präsentieren (mündlich und schriftlich);
  • können literarische und kulturelle Beispiele theoretisch und methodisch fundiert analysieren und eigene Fragestellungen, Thesen und Argumentationen entwickeln;
  • können mündliche und schriftliche Beiträge auf inhaltlich und sprachlich angemessenem Niveau beisteuern (C1/C2);
  • sind in der Lage, sich klar und strukturiert auszudrücken und anhand des Feedbacks, das sie erhalten, ihren Lernprozess zu evaluieren und entsprechend zu verbessern;
  • sind in der Lage, Unterrichtsentwürfe auf der Basis von eigenen Fragestellungen zu gestalten, auszuführen, zu evaluieren und anzupassen (spezifisch für Studierende von Lehramtsstudiengängen).

Inhalt

Dieser Kurs bietet Studierenden die Gelegenheit, ihre Kenntnisse in und über deutschsprachige Literatur zu erweitern und zu vertiefen. Literatur umfasst im weitesten Sinn alles, was geschrieben oder gedruckt als Text vorliegt. Dementsprechend groß ist das sich anschließende Forschungsfeld, das die Beschäftigung mit Literatur mit den Begriffen Diskurs und Kultur verbindet. Die Themen und Fragestellungen, die sich daraus ergeben und im Kurs behandelt werden, sind vielfältig. Konkret geht es zum Beispiel um Fragen, wie und mit welchen Mitteln die Welt in Literatur Ausdruck findet, wie Literatur gesellschaftliche Veränderungen reflektiert und mitgestaltet und wie überhaupt Literatur entsteht und gelesen/rezipiert wird.

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland hat einen Migrationshintergrund, im Jahr 2022 waren es laut Schätzung des Statistischen Bundesamtes 28,7 %. Damit ist Deutschland nach den USA und Saudi-Arabien das Land mit dem drittgrößten Migrationsanteil der Welt. (Post-)Migratische Diversität ist somit eine grundlegende Gegebenheit der aktuellen Gesellschaft und Kultur in Deutschland. In diesem Seminar untersuchen wir gemeinsam, wie dieser gesellschaftliche Wandel von Literatur, Kultur und Medien beobachtet und begleitet, aufgenommen, gestaltet und geprägt wird. (Post-)Migrantische Kulturschaffende geben im deutschsprachigen Kontext wichtige Impulse zur Debatte, wie Identität, Heimat, Zugehörigkeit, Wissen, Geschichte, Differenz und die Wechselwirkungen ihrer Überschneidungen verstanden werden können. Um diese Debatten zu erschließen, machen wir uns mit theoretischen und methodischen Konzepten zum Thema (Post-)Migration, Interkulturalität und Postkolonialismus vertraut und diskutieren aktuelle exemplarische Beispiele aus Literatur, Film und Musik wie z.B. von Advanced Chemistry, Fatma Aydemir, Fatih Akın, May Aiym, Sharon Douda Otoo, Emine Sevgi Özdamar, Burhan Qurbani, Mithu Sanyal, Birgit Weyhe und Feridun Zaimoglu.

Pädagogische Perspektive

Das Seminar behandelt Texte, Werke und Diskurse, die auch für Lehramtsstudierende mit Blick auf die Schulpraxis von hoher Relevanz sind. Die Prüfungsleistungen können auf Wunsch und in Abstimmung mit den Lehrenden auch ein lehramtsbezogenen Schwerpunkt haben.

Bedingungen Kursteilnahme / Sprachkenntnisse

Sprachfertigkeit des Deutschen mindestens auf Niveau C1 im produktiven und Niveau C1/C2 im rezeptiven Bereich; Kenntnisse im Bereich der Literatur- und Kulturwissenschaft.

Arbeitsformen

Vorlesung/Tutorial.

Prüfung

Impulsreferat mit Diskussion 30 %

Hausarbeit inkl. vorhergehender Präsentation und Diskussion des Vorhaben 70 %

UvA/VU-Studierende, die 6 EC benötigen, erfüllen eine zusätzliche Aufgabe. Dies muss in der ersten Sitzung mit den Dozierenden abgesprochen werden.

Arbeitsaufwand/Studienleistung

5 EC = 140 Stunden, davon entfallen auf:

Seminarsitzungen: 5 x 4 = 20

Vor- und Nachbereitung pro Sitzung, insbesondere Lektüren: ca. 5 x 10 = 50

Vorbereitung des Impulsreferats: ca. 15

Anfertigung der Hausarbeit: ca. 55

Zeitplan

Start- und Endzeit: von 13:15 bis18:00

Daten auf dem Campus: 20.11.2026 (UU), 27.11.2026 (RU), 18.12.2026 (UU), 22.01.2027 (RU), 05.02.2027 (UU oder online)

Daten online: Das Seminar ist als Präsenzveranstaltung geplant, in begründeten Fällen und nach Absprache können einzelne Sitzungen online/hybrid stattfinden.

Literatur

Empfohlene Sekundärliteratur:

  • Alkın, Ömer: Die visuelle Kultur der Migration. Geschichte, Ästhetik und Polyzentrierung des Migrationskinos. Bielefeld: Transcript 2019 (= Postmigrantische Studien, Bd. 5).
  • Alkın, Ömer u. Lena Geuer (Hg.): Postkolonialismus und Postmigration. Münster: Unrast 2022.
  • Androutsopoulos, Jannis (Hg.): HipHop. Globale Kultur – lokale Praktiken. Bielefeld: Transcript 2003 (= Cultural Studies, Bd. 3).
  • Arnold, Heinz Ludwig (Hg.) Literatur und Migration. Gastredaktion Julia Abel u.a. München: Text & Kritik 2006 (= Text & Kritik Sonderband).
  • Chiellino, Carmine (Hg.): Interkulturelle Literatur in Deutschland. Ein Handbuch. Stuttgart u.a.: Metzler 2000.
  • Foroutan, Naika: Die postmigrantische Gesellschaft. Ein Versprechen der pluralen Demokratie. 2. Aufl. Bielefeld: Transcript 2021 (= X-Texte zu Kultur und Gesellschaft).
  • Foroutan, Naika: Es wäre einmal deutsch. Über die postmigrantische Gesellschaft. Berlin: Links 2023.
  • Göttsche, Dirk u.a. (Hg.): Handbuch Postkolonialismus und Literatur. Stuttgart: Metzler 2017.
  • Ha, Kien Nghi (Hg.): Re-, Visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland. Münster: Unrast 2017.
  • Hofmann, Michael u. Iulia-Katrin Patrut: Einführung in die interkulturelle Literatur. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2015 (= Einführung Germanistik).
  • Leskovec, Andrea: Einführung in die interkulturelle Literaturwissenschaft. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2011 (= Einführung Germanistik).
  • Lorenz, Matthias u.a. (Hg.): Rechte Gewalt erzählen. Doing Memory in Literatur, Theater und Film. Stuttgart: Metzler 2022 (= LiLi: Studien zur Literaturwissenschaft und Linguistik, Bd. 1).
  • Mar Castro Varela, María do u. Nikita Dhawan: Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung. 3. Aufl. Bielefeld: Transcript 2020 (= UTB, Bd. 5362)
  • Schenk, Klaus u.a. (Hg.): Migrationsliteratur. Schreibweisen einer interkulturellen Moderne. Tübingen u.a.: Francke 2004.
  • Verlan, Sascha u. Hannes Loh: 35 Jahre HipHop in Deutschland. 3. Aufl. Höfen: Hannibal 2015.
  • Wierlacher, Alois u. Andrea Bogner (Hg.): Handbuch Interkulturelle Germanistik. Stuttgart und Weimar: Metzler 2003.
  • Yildiz, Erol u. Marc Hill (Hg.): Nach der Migration. Postmigrantische Perspektiven jenseits der Parallelgesellschaft. Bielefeld: Transcript 2014 (= Kultur & Konflikt, Bd. 6).

Eine verbindliche Liste der zu lesenden und ggf. anzuschaffenden Lieratur wird rechtzeitig vor Seminarbeginn bekannt gegeben.

Weitere Informationen

Kosten: ca. 80 €